Tuberkulose/Mykobakteriose

Die medizinisch wichtigsten Mykobakterien sind die TB-Bakterien, die auch als Mykobakterien des TB Komplexes oder Mycobacterium tuberculosis-Komplex bezeichnet werden.

Die TB wird durch Inhalation von keimbelasteten Aerosolen übertragen. Die Lunge ist das primäre infizierte Organ und in etwa 80 % der Erkrankten manifestiert sich die TB als eine Erkrankung der Lunge. Es gibt wenig charakteristische Anzeichen; wichtigste Symptome sind lang anhaltender Husten, Gewichtsabnahme, Nachtschweiß, leichtes Fieber und Einschränkungen des Allgemein­befindens.

Die Verdachtsdiagnose Tuberkulose/Mykobakteriose kann nur durch den mikroskopischen, kulturellen oder molekularbiologischen Erregernachweis bestätigt werden. Durch die mikros­kopische Untersuchung können sehr schnell die hochinfektiösen Patienten erkannt werden.

Der kulturelle Nachweis von Mykobakterien ist immer noch der diagnostische „Goldstandard“. Wachstum von TB-Bakterien in einer Kultur beweist das Vorliegen einer TB. Mit molekular­biologischen Verfahren (PCR) kann sehr schnell der Nachweis von TB-Bakterien im Untersuchungs­material durchgeführt werden. Die Sensitivität ist höher als bei der Mikroskopie. Ein negatives PCR-Ergebnis aus einem mikroskopisch negativen Material schließt eine TB jedoch nicht aus.

Ein indirekter Beleg der latenten Infektion ist der Nachweis aktivierter Immunzellen durch den Tuberkulin-Hauttest oder durch Interferon-Gamma-Release-Assays (IGRA). Mit allen Verfahren kann nicht zwischen einer latenten und aktiven Infektion unterschieden werden.

Nach § 7 IfSG ist namentlich zu melden:

der direkte oder indirekte Nachweis von

  • Mycobacterium leprae, Mycobacterium tuberculosis/africanum
  • Mycobacterium bovis; Meldepflicht für den direkten Erregernachweis sowie nachfolgend für das Ergebnis der Resistenzbestimmung; vorab auch für den Nachweis säurefester Stäbchen im Sputum

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