Hepatitis E

Infektionen mit HEV in Industrieländern wurden früher hauptsächlich als Einzelfälle bei Reiserückkehrern aus Endemiegebieten beobachtet. In den letzten Jahren wird in Deutschland, wie auch in anderen europäischen Ländern, ein deutlicher Anstieg der gemeldeten Hepatitis-E-Fälle verzeichnet.

Labordiagnostik

Der Nachweis einer Hepatitis E erfolgt primär serologisch. Bei akuter Hepatitis E sind IgM- und IgG-Antikörper gegen HEV in der Regel bereits bei Auftreten der klinischen Symptome im Serum nachweisbar. HEV-IgM-Antikörper persistieren etwa 4 bis 6 Monate, IgG-AK bleiben meist über mehr als 10 Jahre nachweisbar. Ein direkter Virusnachweis kann mittels Bestimmung der HEV-RNA im Blut oder Stuhl erfolgen. HEV-RNA ist im Blut etwa 2 Wochen vor, und bis zu 1 Woche nach Auftreten des Ikterus nachweisbar. Im Stuhl wird HEV-RNA ebenfalls bereits einige Tage vor Auftreten des Ikterus ausgeschieden und bleibt dort etwa 2 Wochen länger nachweisbar als im Blut. Indikationen für die HEV-RNA-Bestimmung umfassen u. a. den Nachweis einer akuten Hepatitis E vor Nachweis HEV-spezifischer Antikörper im Serum, den Nachweis einer chronischen Hepatitis E (Dauer > 6 Monate) und die Bestimmung des HEV-Genotyps.

 

Gemeldete Fälle von Hepatitis E in Deutschland nach Referenzdefinition

Meldepflicht

Meldepflicht nach § 6 und § 7 IfSG.

Indikationen für eine Hepatitis-E-Diagnostik

Patienten mit akuter Hepatitis

  • nach Ausschluss von Hepatitis A, B und C
  • auch bei Patienten ohne Reiseanamnese
  • Risikofaktoren: Verzehr von Wildschwein und Innereien, Metzger etc.

Patienten mit chronischer Hepatitis

  • nach Ausschluss von Hepatitis B und C
  • nach Organtransplantation
  • Patienten mit Verdacht auf eine Medikamentenassoziierte Leberschädigung

Arztinformationen

 

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