Helicobacter pylori

Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie gemäß der S2k-Leitlinie 2016

Die Prävalenz beträgt in Deutschland zwischen 3 % bei Kindern und 48 % bei Erwachsenen. Die H.-pylori-Infektion induziert eine chronisch aktive Gastritis. Assoziierte Erkrankungen sind die gastro­duodenale Ulkuskrankheit, das Magenkarzinom und das gastrale Marginalzonen-B-Zell-Lymphom des Schleimhaut-assoziierten Gewebes (MALT).

Diagnostik & Therapie

Eine Testung sollte nur dann erfolgen, wenn ein positives Testergebnis auch zu therapeutischen Konsequenzen führt. Ein Abstand von 4 Wochen nach Ende einer H.-pylori-Eradikationstherapie oder sonstiger Antibiotikatherapie und 2 Wochen nach Ende einer Protonenpumpen-Hemmer-Therapie ohne Antibiotikatherapie zur Diagnostik sollten eingehalten werden. Als diagnostische Möglich­keiten stehen invasive und nicht invasive Testmethoden zur Verfügung. Zur Diagnose­stellung sollten zwei positive Ergebnisse von unabhängigen Tests vorliegen. Ausnahmen sind das Ulcus duodeni (ein positives Testergebnis ausreichend), die chronisch aktive Gastritis (histologischer Nachweis ausreichend, 100 % Spezifität) und ein positives Kulturergebnis (100 % Spezifität).

Im Allgemeinen gilt: Nicht jeder Nachweis einer H.-pylori-Infektion erfordert eine Therapie. Eine Therapienotwendigkeit ist jedoch bei folgenden Grundleiden gegeben: Ulkusanamnese, akute gastroduodenale Blutung unter nicht steroidalen Antirheumatika, geplante Dauermedikation mit niedrig dosiertem ASS oder nicht steroidalen Antirheumatika, lymphozytäre Gastritis, gastrales MALT-Lymphom, Risikofaktoren für ein Magenkarzinom, Vorliegen einer Atrophie oder intestinalen Metaplasie, idiopathische thrombozytopenische Purpura (ITP), Morbus Menetrier, lymphozytäre Gastritis und ungeklärte Eisenmangelanämie (nach adäquater Diagnostik).

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