Infektionsdiagnostik

Aktualisierte Indikationen für SARS-CoV-2-PCR

Die Ausbreitung des Virus verlangsamen und gleichzeitig Intensivkapazitäten aufbauen – so bereiten wir uns in Deutschland auf die rapide ansteigende Zahl der Infizierten vor. Die Indikationen für den SARS-CoV-2-PCR-Test wurden dementsprechend angepasst.

Der Fokus liegt auf Testungen von Personen, die Kontakt mit einem Infizierten hatten, die zur Risikogruppe gehören oder in Arztpraxen, der Pflege oder im Krankenhaus arbeiten. Grundvoraussetzungen sind respiratorische Symptome bzw. Hinweise auf eine virale Pneumonie.

Risikogruppe:

  • Personen ab 50-60 Jahren (mit stetig steigendem Risiko für einen schweren Verlauf)
  • Raucher
  • Personen mit Vorerkrankungen
    • des Herz-Kreislaufsystems (z. B. KHK und Bluthochdruck)
    • der Lunge (z. B. Asthma, chronische Bronchitis)
    • der Leber
    • der Niere
    • des Stoffwechsels (z. B. Diabetes mellitus)
    • des hämato-onkologischen Formenkreises
    • die mit einer Immundefizienz/-suppression einhergehen

    Bemerkung: Schwere Verläufe treten bei Personen ohne Vorerkrankung oder bei jüngeren Patienten auf, jedoch seltener.

    Indikation zur Diagnostik mittels PCR

    1. Akute respiratorische Symptome jeder Schwere

    • plus: Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall bis max. 14 Tage vor Erkrankungsbeginn
    • plus: Kein Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall, dafür jedoch
      • Tätigkeit in Pflege, Arztpraxis oder Krankenhaus oder
      • Zugehörigkeit zur Risikogruppe oder
      • ohne bekannte Risikofaktoren (COVID-19-Diagnostik nur bei hinreichender Testkapazität)

    2. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie

    • plus: Zusammenhang mit einer Häufung von Pneumonien in Pflegeeinrichtung oder Krankenhaus

    3. Klinische oder radiologische Hinweise auf eine virale Pneumonie ohne Alternativdiagnose

    • plus: kein Kontakt zu bestätigtem COVID-19-Fall

    Hinweise zur Diagnostik

    „Schnelltest“

    Aktuell angebotene „Schnelltests“ zum Nachweis von SARS-CoV-2 liefern kein zuverlässiges Ergebnis. Die Kosten werden deshalb auch nicht von den Krankenkassen übernommen. Der Grund ist, dass die derzeit auf dem Markt befindlichen „Schnelltests“ nicht nach Erregern, sondern nach Antikörpern suchen. Antikörper sind bei Virusinfektionen meist frühestens eine Woche nach Erkrankungsbeginn nachweisbar, in der Regel sogar erst nach 14 Tagen. Nach Einschätzung von Experten ist noch völlig ungeklärt, ob ein positiver Antikörpertest nicht durch eine frühere Infektion mit einem anderen Coronavirus verursacht sein könnte. Daher ersetzt der „Schnelltest“ nicht den Erregernachweis durch eine PCR (engl., Polymerase chain reaction), die zur Abklärung des Verdachts auf eine Infektion mit SARS-CoV-2 durchgeführt wird.

    SARS-CoV-2-Diagnostik mittels PCR

    Nur der Nachweis von SARS-CoV-2 selbst bzw. dessen RNA-Bestandteil lässt zuverlässig den Rückschluss zu, dass eine Person zum Zeitpunkt der Untersuchung infiziert ist. Die in Deutschland entwickelte PCR-Methode zum Virusnachweis gilt als Goldstandard und ist weithin auch international etabliert. Das Testergebnis liegt meist noch am selben Tag vor. Der Test wird von den gesetzlichen Krankenkassen bezahlt.

    Probenmaterial für SARS-CoV-2-PCR

    Bei Verdacht auf das Vorliegen einer Infektion mit SARS-CoV-2 sollten je nach klinischer Situation möglichst Proben parallel aus den oberen und den tiefen Atemwegen entnommen werden.

    Tiefe Atemwege:

    • Bronchoalveoläre Lavage
    • Sputum (nach Anweisung produziert bzw. induziert; Arbeitsschutz beachten)
    • Trachealsekret

    Obere Atemwege

    • Nasopharynx-Abstrich oder -Spülung 
    • Oropharynx-Abstrich

    Das Material aus den tiefen Atemwegen kann nativ in einem sterilen Transportbehälter versendet werden. Bei Abstrichen ist zu beachten, dass trockene Tupfer (KEIN Gel) oder E-Swab-Abstrichtupfer benutzt werden. Werden Oro- und Nasopharynx abgestrichen, sollten die Tupfer in einem Röhrchen mit der Probe der tiefen Atemwege vereinigt werden, um die Viruslast zu erhöhen.

    Proben von Verdachtsfällen müssen im Labor angemeldet werden.
    Alle Proben sollten das Labor schnellstmöglich nach Entnahme erreichen und bis zur Abholung gekühlt werden. Der Versand sollte nur nach Absprache mit dem untersuchenden Labor erfolgen.

    Erregernachweis

    Ein negatives PCR-Ergebnis schließt die Möglichkeit einer Infektion mit SARS-CoV-2 nicht vollständig aus. Falsch-negative Ergebnisse können z. B. aufgrund schlechter Probenqualität, unsachgemäßem Transport, ungünstigem Zeitpunkt der Probenentnahme oder anderen Gründen (z. B. Virusmutation) nicht ausgeschlossen werden. Wenn ein Patient mit starkem Verdacht auf SARS-CoV-2-Infektion in der initialen PCR negativ getestet wird, sollte mit dem Labor eine erneute Probenentnahme und –untersuchung abgesprochen werden. Die vom Patienten gewonnenen Proben werden vom Labor asserviert, um im Zweifelsfall weitere Untersuchungen zu ermöglichen.

    Antikörpernachweise sind bisher nicht beschrieben, jedoch können Sie eine Serumprobe in der Akutphase einsenden, die wir asservieren, um eine Serokonversion für SARS-CoV-2 mittels Paarung mit Konvaleszentenserum später zu überprüfen sobald serologische Teste verfügbar werden.

    Die vorliegenden Informationen beruhen im Wesentlichen auf den Veröffentlichungen des RKI.

    Abrechnung

Bei klinischem Verdacht gemäß Falldefinition des RKI ist die Untersuchung mittels PCR seit dem 01.02.2020 eine Kassenleistung (EBM 32816). Für die Diagnostik kann der Veranlasser die Ausnahmekennziffer 32006 angeben und die Fälle sind mit der EBM-Ziffer 88240 zu kennzeichnen.

Für weitere Informationen kontaktieren Sie uns gerne:
infektionsdiagnostik@limbachgruppe.com

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